[vegan] Apfel-Zimt-Schnecken (ohne Zucker, also quasi Gesund!)

24.05.2017

Freunde des fröhlichen Wetterumschwungs,

während mein Kreislauf lachend gegen die Wand rennt, dachte ich es wäre mal wieder an der Zeit den Laptop und den Ofen anzuschmeißen um die Hitze im Haus noch etwas weiter anzutreiben (man sagt ja saunieren soll den Kreislauf stärken, ich merk davon gelinde gesagt gar nichts).

Heute gibt es den Favoriten meiner Mitbewohner schlechthin, sobald man nämlich sagt dass die Teile zuckerfrei sind, haut sogar unser Fitnessfreund sich 6-7 Dinger stündlich rein (und ich schaue hämisch in mich grinsend dabei zu wie die Hefe seine Fitnesspläne trotzdem durchkreuzt..).

Man nehme für ca. 25 Schnecken:

Für den Teig:
250 g Weizenmehl
250 g Dinkelmehl
250 ml warme Soja oder Hafermilch 
1 Päckchen Trockenhefe
75 g Ahornsirup
75 g geschmolzene Margarine oder Kokosöl

Für die Füllung:
20 g Kokosöl
3 TL Zimtpulver
4 EL Ahornsirup
1 Apfel

Zum Bestreichen: 
noch mehr Ahornsirup
Die Sache ist ziemlich einfach. Man mischt alle Zutaten für den Teig zusammen und knetet alles einmal ordentlich durch. Wenn man das mit den Händen macht kann es mitunter etwas klebrig zugehen aber ich matsch gerne mal bisschen rum, da fühlt man sich direkt wieder wie mit 5 im Sandkasten, manchmal muss man eben Kind sein (mal davon abgesehen dass unser Handrührgerät gefühlt ein kleines Aggressionsproblem hat und es hinterher in unserer Küche immer aussieht als wäre der dritte Weltkrieg ausgebrochen). Der fertige Teig darf dann zugedeckt noch eine kleine Runde Powernappen während ihr die Füllung zubereitet.

Dazu werden auch wieder alle Zutaten (bis auf den Apfel) in einen kleinen Topf gegeben und bei sehr niedriger Hitze auf den Herd gestellt bis alles untrennbar miteinander vereint ist. Der Apfel wird entweder in ganz kleine Stücke geschnitten oder gerieben (ich bevorzuge zweiteres, geht eindeutsch schneller und die Stücke lassen sich leichter verteilen). 

Jetzt sollte euer Teig sich genug erholt haben und ihr könnt ihn so dünn wie möglich ausrollen (ich lege ihn dazu immer zwischen zwei lagen Backpapier, dann erspare ich mir das geklebe und die Sauerei, will ja hinterher so wenig wie möglich putzen müssen). Vorher solltet ihr noch den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Da es relativ viel Teig ist, teile ich ihn vorher in zwei Hälften und mache die ganze Prozedur zweimal. Der ausgerollte Teig wird dann mit der Füllung bestrichen und mit den Apfelstücken belegt. 
Weil wir hinterher Schnecken haben wollen, müssen wir den Teig jetzt aufrollen (jetzt macht es sich auch bezahlt wenn ihr den Teig zwischen zwei Backpapierlagen ausgerollt habt, dann kann man nämlich einfach das untere Backpapier vorsichtig anheben und so den Teig rollen). Die Rolle wird dann in ca. 3 cm dicke Stücke geschnitten und diese auf ein Backblech gelegt und vorsichtig plattgedrückt (mensch ist das kompliziert zu beschreiben, aber ich denke so klug seid ihr selber um euch vorzustellen wie man Schnecken formt, wenn nicht, geht zum Bäcker eures Vertrauens, ich wette der hat auch sehr leckere Sachen im Angebot). 
Das ganze kommt dann für fünf Minuten in den Ofen (Achtung, das geht sehr schnell, also nicht zu weit entfernen, ein kleiner Klogang ist vielleicht drin, mehr aber auch nicht!). Nach fünf Minuten hole ich die Bleche nochmal raus und bestreiche die Schnecken nochmal mit Ahornsirup, dann kommt alles nochmal für 3 Minuten in den Ofen. So sind sie hinterher richtig schön karamellisiert, ist ganz geil, aber nicht zwingend notwendig. 
Das wars dann auch schon. Wenn ich die Schnecken bei uns auf den Tisch stelle sind sie nach spätestens einem Tag alle weg, für die Fotos musste ich mir extra ein paar Exemplare in meinem Zimmer bunkern, sonst wäre das hier ein ziemlich trister Post geworden.
Ich werde jetzt geschmeidig meine Beine hochlegen, mir ein kaltes Tuch auf den Kopf binden und mir dabei überlegen wie mein Kreislauf und ich es nachher zur Arbeit schaffen. Bis dahin!

[vegan] Lieblingsessen: Linsenbolognese mit Minzjoghurt

29.04.2017

Freunde des heiteren Weltuntergangs,

während alle sich momentan über das Wetter beschweren oder hier in Stuttgart auf dem Frühlingsfest auf irgendwelchen Bierbänken zu grottiger Musik ihre dirndelbestückten Hintern schwingen, mache ich etwas viel entspannteres: Ich liege mit Fieber im Bett. Ich schwöre, ich habe den Virus seinen Vater abbekommen, so heftig hat es mich umgelegt (das ist also der Dank für die ganze vegane, gesunde Ernährung und den vielen Sport..überlegt es euch gut!).
Aber wenigstens weiß mein Körper wann der bestmögliche Zeitpunkt ist um nicht raus zu gehen. So entgehe ich dem widerlich grauen, kalten, schneeigem Wetter (okay, hauptsache im vorletzten Post noch gesagt dass ich schlechtes Wetter mag, aber das ist selbst mir eine Spur zu ekelhaft..) und auch die Lederhosen und Dirndelfraktion bleibt mir für einige Zeit erspart. Wunderbar.

Seit gestern ist mein Fieber zum Glück in einem Status, der es mir zumindest ermöglicht kurz am Herd zu stehen, weshalb mein Kocheifer nicht allzu lange leiden musste. Heute gab es eines meiner absoluten Lieblingsrezepte aller Zeiten: Linsenbolognese mit Minzquark. Es ist supersuper idiotensicher, extrem lecker und man kann sich zwischendurch auch ab und zu hinlegen (was bei Fieber sehr praktisch ist), oder den Haushalt schmeißen oder die Kinder wickeln (was man als gute Hausfrau halt so macht, bei mir sind keine Kinder am Start, aber ich würde sie zwischendurch wickeln wenn ich welche hätte!)
Man braucht (für 4):
- 1 rote Zwiebel
- 300 g Tomaten
- 1 Karotte
- 1 Stange Staudensellerie
- 1 EL Olivenöl
- 200 g Linsen (hatte nur rote, grundsätzlich geht alles, aber am leckersten sind Berglinsen)
- 1 Schuss Rotwein
- 1/2 Liter Gemüsebrühe
- 2 TL Ahornsirup
- 2 TL Tomatenmark
- 1 Knoblauchzehe
- 150 g veganer Joghurtersatz (natur)
- 1/2 Bund Minze
- Salz
- Pfeffer
- Essig (voll egal welcher)

Das ganze ist eigentlich so einfach, dass es fast schon peinlich ist darüber zu schreiben. Man schneidet das ganze Gemüse so klein wie möglich, brät die Zwiebeln und den Knoblauch in Olivenöl an und haut das ganze Gemüse dann mit dazu. Die Linsen werden kurz abgespült (diejenigen die bei Linsen arg unter Schwangerschaftsbauchproblematik leiden können sie auch vorher einweichen, ist mir aber viel zu viel Stress) und auch mit angebraten. Beim Anbraten mitmachen dürfen auch der Ahornsirup und das Tomatenmark. Wenn die Situation im Topf zu eskalieren droht, wird mit Rotwein abgelöscht. Damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlt, darf anschließend auch die Gemüsebrühe rein.
Das ist jetzt der Moment, in dem ihr einfach den Deckel auf den Topf schmeißen, das Ganze bei niedriger Temperatur kochen lassen und euch wichtigeren Dingen zuzuwenden könnt. Dafür habt ihr genau 30-40 Minuten Zeit, also startet jetzt vielleicht nicht den jährlichen Fensterputz wenn ihr in einer 10 Zimmer Wohnung wohnt, ansonsten ist alles erlaubt. Ihr könnt die Zeit auch dazu nutzen, schon mal die Minze zu waschen und klein zu schneiden. Dann wird sie mit dem Joghurt verrührt und alles mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dauert halt nur 5 Minuten, für die restlichen 35 fallen euch sicher spannende Aktivitäten ein.
Wenn ihr dann aus dem Mittagsschlaf erwacht seid, schmeckt ihr das Linsenzeug mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Essig ab und zack, das wars auch schon. Dazu kann man dann alles Mögliche essen, ich bevorzuge Nudeln, halt einfach weil meine italienischen Omis mir eingetrichtert haben dass das gut ist (wenn die wüssten, dass ich Dinkelnudeln esse..huiuiui da wär was los).

Klingt alles wie immer recht unspektakulär, ist aber ein Essen, was wirklich bei allen von mir bekochten (und das waren schon einige, weil wie gesagt: Lieblingsessen) Laute des Erstaunens entlockte. Ich denke das liegt weniger er an meinen Kochkünsten als an der superguten Kombi aus Minzjoghurt und Linsendings, also ausprobieren!

[Favoriten] Lara liebt in letzter Zeit

06.04.2017

Freunde der Großraum-WGs,

es gibt Menschen, die verwirren mich zutiefst. Also nicht dass sie irgendwie mein Weltbild zerstören oder nachhaltig beschäftigen, aber so für den Moment bin ich dann doch ein bisschen geplättet. Wir hatten jetzt drei Monate lang eine Zwischenmieterin in unserer WG, von der wir alle schon nach ein paar Tagen dachten sie sei ein Geist. Hätte ich sie nicht zufällig 2-3 Mal gesehen, ich könnte schwören dass sie nicht hier gewohnt hat. Schon ein bisschen unheimlich wenn man weiß dass jemand in der selben Wohnung wohnt, aber man komplett nichts von der Person mitbekommt. Und damit meine ich nicht, dass ich gerne etwas über ihre Lebensgeschichte oder Stuhlganggewohnheiten erfahren hätte, aber ich schwöre, man hat einfach NICHTS mitbekommen. Manchmal haben wir uns gefragt ob sie überhaupt isst oder auf die Toilette geht. Wir haben die wildesten Theorien gesponnen, das könnt ihr mal glauben. Das reichte von "Sie hat eine Herdplatte im Zimmer" bis hin zu "Sie benutzt ein Katzenklo", da war allet mit dabei. Aber ist ja auch ok, jeder wie er mag dachten wir uns, vor allem ist es in einer 6er WG schon auch mal ganz gut, wenn eine Person sich ein bisschen zurückhält mit der freien Entfaltung. Das verwirrende kam aber am Wochenende bei ihrem Auszug (der, Überraschung, genauso lautlos und unbemerkt erfolgte wie der Rest vom Fest..). Die Gute ist also geistermäßig wieder verschwunden, konnte aber nicht umhin und zumindest einen Abschiedsgruß in Form eines Briefes zu hinterlassen (sehr nett übrigens, wir hatten auch schon eine, die uns eine angelassene Herdplatte inklusive eingebranntem Glühweintopf und geschmolzenem Plastiklöffel darin hinterlassen hat, sehr nett zum Abschied noch die halbe Bude abzufackeln, da steigt das Adrenalin, danke!). Dieser Brief hat mich verwirrt. Muss man mal so sagen, denn da steht, dass sie sich für die lustige und lebhafte Zeit bei uns bedankt, dass sie gerne mal wieder zum gemeinsamen Fernsehschauen und Wein trinken vorbeikommt und dass sie uns auch gerne auf einen Kaffee bei sich einlädt. Inklusive Handynummer, also wohl ernst gemeint. Ich also voll in die Krise gestürzt, Vermutungen darüber aufgestellt, dass meine Mitbewohner heimlich total tolle, feuchtfröhliche Abende mit ihr verbracht haben, in denen intime Bedürfnisse und Wünsche geteilt wurden... aber nein, meine Recherchen ergaben, dass auch meine übrigen Mitbewohner das Geist-Phänomen erlebt haben. Jetzt stellt sich Sherlock L. natürlich die Frage des Abends: Hä?

Soviel zum Nonsene-Schwank aus meinem Leben, ihr seht ich bin verwirrt, denn eigentlich soll es in diesem Post um meine Favoriten gehen und stattdessen hat die Alte nichts besseres zu tun als erstmal fünf Meter Text über ihr WG-Leben zu verfassen. Schiebt es auf meinen konfusen Zustand, jetzt geht's los. Ich habe Favoriten aus den verschiedensten Sparten, da passt mal wieder gar nichts  so richtig zusammen, aber ahnt es oder ahnt es nicht, das mag ich so.
Vor ein paar Monaten bei TK Maxx mitgenommen weil es sich auf den ersten Blick ganz gut anhörte (vor allem anhören beim schauen, is klar). Und direkt sehr verliebt. Meine Mitbewohnerin übrigens auch, wir haben wie die Irren den ganzen Vorrat leer gekauft. Zugegeben, richtig gut riechen tut das Teil nicht, eher stark nach Mandel oder so, auf jeden Fall nicht nach Friseursalon, aber ist mir bums weil ansonsten wirklich alles erfüllt ist, was ich von einem Conditioner erwarte und dazu ist er noch super ergiebig. Jetzt stehen wir nur vor dem Problem, das man leider mit TK Maxx Funden immer hat: entweder wir bestellen bei Amazon (kostet da aber 20 Euro und naja Amazon...) oder bei iHerb (dauert halt drölftausend Tage) oder wir werden demnächst weinen. Ich vermute Letzteres.

Ich bin bei Shampoo nicht ultra-wählerisch, hauptsache es wäscht, trocknet nicht aus und hat keine reizenden Duftstoffe. Nachdem ich das Sante Shampoo mit dem penetranten Apfelgeruch schon richtig gut fand (naja bis auf den Geruch, ich muss zugeben bei mir setzt da schon ab und zu ein dezenter Würgereiz ein, das kann beim Haarewaschen kopfüber mitunter gefährlich werden..), habe ich mir das hier mit deutlich angenehmerem Geruch zugelegt. Und es gibt nichts zu meckern, sodass es wohl auf ewig bei mir wohnen wird. Kostet nicht viel, ist überall zu bekommen, schäumt gut, riecht gut, alles gut.

Kinder, seit ich im September den Feind, die Pille, abgesetzt habe, fühle ich mich von meinem Körper verarscht. Nicht nur, dass ich zeitweise das Gefühl hatte zum Affen zu mutieren weil mein Kopf meinte lauter neue Babyhaare produzieren zu müssen, nein, meine Haut meint auch es wäre durchaus angebracht wie ein Clerasil-Testgelände auszusehen. Ich dachte das hätte ich eigentlich mit der Pubertät abgeschlossen, aber mein Gesicht hat da wohl andere Pläne gehabt. Schon lange schleiche ich deshalb um Fruchtsäure Produkte herum aber in meinem Kopf war immer die Vorstellung dass meine Haut weggeätzt werden könnte oder so.. Außerdem gibt es im Naturkosmetikbereich eher weniger bis gar nichts reizfreies. Letztendlich habe ich mich als Kompromiss für das Gesichtswasser von Rau entschieden. Und siehe da, meine Sorge war unbegründet. Ich nutze es mittlerweile jeden Tag und meine Haut sieht schon deutlich besser aus, Hallelujah.

Als die Ankündigung zur neuen Alverdeserie kam, macht mein Herz einen kleinen Hüpfer, aber gleichzeitig erwartete ich nicht allzu viel für den Preis, die flüssige Konsistenz und den eher unspektakulären Inhaltsstoffen. Umso überraschter war ich als ich nach einer Woche die weichsten Beine der Welt vorzuweisen hatte. Und das nachdem ich schon 8947 Euro für teure Öle und Cremes ausgegeben habe um meine trockene Haut in den Griff zu bekommen. So einfach kann das Leben manchmal sein.
Soviel zur Schönheit, es gibt wichtigere Dinge im Leben (als ob!), zum Beispiel Kerzen.

Mal ehrlich, es gibt einfach keine Gelegenheit, bei der Kerzen nicht alles ein Stückchen besser machen (ähnlich wie Tee). Geht's mir gut - zünd ich ne Kerze an. Geht's mir schlecht - zünd ich ne Kerze an. Scheint die Sonne -zünd ich ne Kerze an. Regnet es - zünd ich ne Kerze an. Muss ich Pipi - zünd ich ne Kerze... ich denke ihr habt es verstanden. Normalerweise bin ich Yankee Candles verfallen, aber seit in Stuttgart ein Laden aufgemacht hat, der Kringle Candles verkauft, naja seitdem... bin ich ein bisschen durchgedreht gelinde gesagt. Ich glaube die Leute in dem Laden denken auch ich habe eine Geruchsfetisch (so falsch liegen die da wohl nicht). Momentan ist die Duftrichtung Archives mein absoluter Favorit und weil ich so schlecht im Düfte beschreiben bin, beschreibe ich einfach was ich nicht mag (ha, clever!): Ich mag nichts zu süßes, blumiges, keksig, kuchiges oder alles was allgemein riecht wie Omma unterm Arm. Eher so frische Wäsche und bisschen männlich. So wie der Herzbube. Das muss als Beschreibung reichen.

Sherlock (Serie)
Ich bin ehrlich gesagt gar nicht so der Serienmensch, also so Mädchenzeug wie Sex and the City oder Gossip Girl kann ich ja bis zum umfallen schauen, aber alles was auch nur ansatzweise in Richtung Krimi oder Psycho oder Mystery geht, löst bei mir absolut Schiss inner Buxe aus. Ich schwöre, ich kann nichtmal CSI oder so schauen, ich sterbe da innerlich tausend Tode. Zudem muss es bei mir realistisch sein, wodurch also auch das ganze Fantasygedöns wegfällt. Sehr komplexe Angelegenheit. Aber jetzt kam mein Bruder vor ein paar Wochen und schleppte Sherlock an. Tja und da hatte ich dann das Dilemma. Ist für mich bisschen wie Autounfall, aber ich musste das einfach aushalten, weil ich die Serie so so so gut finde. Bisschen Angst hin oder her, ich kann es kaum erwarten dass die vierte Staffel in Deutschland rauskommt.

Ja gut, gerade gesagt ich würde keine Serien schauen und dann..ups. Aber Jerks ist jetzt auch nicht so die typische Serie. Für alle die sie nicht kennen: schnell schnell anschauen (kann man zum Glück kostenlos bei Prosieben online). Und jeder der nicht lacht, teilt eindeutig nicht meinen Humor. Ist vielen vielleicht zu derbe aber ich liebe es. Und ich liebe Christian Ulmen dafür, dass der meinen Humor zu verstehen scheint.

Mein letzter Favorit ist wohl die aktuelle Ausgabe der Flow (Ausgabe 24). Ich finde eigentlich jede Ausgabe supergut aber die hier mag ich noch ein bisschen gernerer (ja gernerer!). Das liegt vor allem am Artikel über Britta Hölzel, die ich sowieso sehr sehr toll und inspirierend finde.

So, genug palavert, hauptsache 100 Kilometer Text für n bisschen Gedöns, Pech gehabt.

[Food] Machs Dir selbst - Instant Gemüsebrühe

23.03.2017

Freunde der lauschigen Schrebergärten,

ich liebe ja schlechtes Wetter. Im Gegensatz den meisten anderen Gute-Laune-Matrosen finde ich es extrem gut gerade dann rauszugehen. Nix da Strandparty, es ist schon ganz gut, wenn mein Kopf mal durchgepustet wird (aka ein weiterer kläglicher Versuch, das Chaos da oben zu beseitigen). Außerdem kommt es mir ganz gelegen, dass die meisten Menschen in Stuttgart wohl Sommmerkinder zu sein scheinen. Wo andere menschenleere Straßen unheimlich finden, habe ich alter lonesome Cowboy das Gefühl im Paradies zu sein. Im Herzen bin ich nämlich gar kein Großstadtmädchen (wobei Stuttgart ja echt das Dorf unter den Städten ist), mir sind der Trubel und die Menschen oft zu viel. Da kommt mir so ein bisschen Kälte gerade recht. Außerdem weiß ich es sehr zu schätzen, dass mein Freund der Kreislauf sich im Regen wesentlich kollegialer verhält als in den heißen Monaten des Jahres. Dass nebenbei die Vitamin D Produktion die Kellertreppen runtersteigt und ein bisschen mehr Tageslicht schon ganz nett wäre, lasse ich dezent mal unter den Tisch fallen (aber dafür gönn ich alter drogendealer mir jeden Tag Vitamin D Tabletten, ha! Direkt mal hinterrücks die Sonne ausgetrickst). Man bemerke auch mal, dass ich Ultraopfer schon meinen ersten Sonnenstich für dieses Jahr eingesackt habe weil ich eine (!) Stunde dachte es wäre ganz nett mal richtiges Vitamin D zu tanken, ganz toll war das, ganz toll. 

Was ich aber mindestens genauso liebe wie die frische Luft, ist es Abends auf dem Sofa zu liegen, mit den Mädchen in meiner Wohnung schreckliche Dinge im Fernsehen anzuschauen (mal ernsthaft, hat schonmal jemand Kiss Bang Love gesehen? Ist echt wie Autounfall, ebenso verhält es sich bei mir beim Bachelor und diversen anderen Kandidaten, die mal lieber auch auf dem Sofa geblieben wären...) und Suppe zu essen. Leider bin ich beim Suppe kochen immer wieder vor dem selben Dilemma gestanden: Suppenbrühe (...denn sie hatte keine anderen Probleme im Leben). Bei den einen stehen nur komische Buchstaben-Zahlen-Kombinationen in der Zutatenliste und die anderen schmecken mir irgendwie nie so richtig. Da lag es nur nahe, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetze und mir einfach selber eine mache. 


Nach einiger Recherche musste ich feststellen dass das ganze so einfach geht, dass es fast schon peinlich ist, 26 Jahre lang ohne diese Entdeckung gelebt zu haben. Es geht sogar noch viel einfach als meine Variante, aber dazu später mehr.

Ich habe für 3 Gläschen genommen:

- 3 Karotten
- 1/2 Sellerieknolle
- 4 Schalotten
- 2 Pastinaken
- 2 Petersilienwurzeln
- Salz
- Schnittlauch
- Petersilie
- Pfeffer
- Kurkumapulver

Das ist aber auf keinen Fall die einzig richtige Lösung. Alles ist Geschmackssache und fast alles ist hier möglich (An Gemüse versteht sich, ich würd jetzt keinen Apfel reinhauen, aber tut was ihr nciht lassen könnt). Wichtig ist nur, dass kein Gemüse genommen wird, das einen halben Liter Wasser in sich trägt, sonst wird das allet nüscht (also keine Tomate oder Gurke oder so...).


Im Grunde ist die ganze Angelegenheit schnell erklärt: man schneidet alles so klein wie möglich, packt das ganze Gemüse und die frischen Kräuter auf Backbleche und schmeißt das dann bei 130 Grad in den Ofen. Und dann heißt es warten, warten, warten. Das Gemüse soll nämlich nicht gebacken sondern eher getrocknet werden, ähnlich wie bei Dörrobst (wer also Style un das Geld für einen Dörrautomaten hat ist natürlich noch ein größerer Gangster als ich). Je kleiner die Gemüsewürfel sind, desto schneller geht es. Ab und zu ist es gut die Ofentür auf zu machen um die Feuchtigkeit entweichen zu lassen (als Bonus entweicht dabei nicht nur Feuchtigkeit, sondern ein ganzer Schwall Suppenküche-Geruch der sich netterweise in der Wohnung verbreitet, sehr zur Freude der Mitbewohner!). Bei mir hat es ca. 2 Stunden gedauert bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Dann wird alles mit der doppelten Menge Salz gemischt, Pfeffer und Kurkuma dazugegeben und fertig ist der Spaß. Ich habe die ganze Kompanie dann noch in den Mixer gesteckt um die Masse homogener zu gestalten, muss aber nicht sein.

Apropos Mixer: Man kann das Gemüse natürlich auch Kleinhexeln anstatt es aufwändig von Hand zu schneiden, dumm nur, dass mir das erst hinterher eingefallen ist.

Der Trick für Faule: Man braucht theoretisch nicht mal den Ofenteil zu machen. Theoretisch kann man das Gemüse kleinmachen und dann direkt mit dem Salz und den anderen Gewürzen vermischen. Durch das Salz wird das Gemüse automatisch konserviert und ist auch so mehrere Monate im Kühlschrank haltbar. Ich habe das mit dem trocknen gemacht um anschließend eine fast staubige Konsistenz haben zu können, ich stehe einfach bei manchen Rezepten nicht so sehr auf Stückchen und wollte alles auch nicht im Kühlschrank aufbewahren müssen.


Übrigens benutze ich das Zeug nicht nur für Gemüsebrühe, sondern auch einfach so zum Würzen. Kommt in alles rein und auf alles drauf, ziemlich geil. Sämtliche Suppenkasper-Witze erspare ich euch heute und sage tschüss!